Ideen sind Geschenke, die man selbst abholen muss.

Gedanken reifen zu Ideen, werden gestaltet, verändert, dürfen wachsen, um schließlich geboren zu werden und als neue Werke wiederum andere Menschen zu inspirieren. In dem Augenblick, in dem der Mensch sich inspirieren lässt, schafft er selbst neue Gedanken – wird zum kreativ Denkenden. Setzt er diese Gedanken mit den Materialien um, die ihm zur Verfügung stehen, wird auch er selbst zum Künstler.

Ist die Quintessenz des menschlichen Seins die Kreativität? Das willentliche, bewusste und zielgerichtete Erschaffen von etwas Neuem?

Gehen wir mal in eine Zeit zurück, in der wir alle Künstler waren.
Als Kinder haben wir jeden Tag etwas Neues entdeckt, wir haben uns täglich gewundert, haben Dinge, die wir nicht verstanden infrage gestellt – ohne dabei Angst vor der Antwort zu haben. Im Gegenteil. Wir waren neugierig und hinter jeder Ecke wartete das nächste „Warum?“. Frei von Berührungsängsten und falscher Scham haben wir Dinge definiert, neue Zusammenhänge erstellt und im Spiel neue Regeln entwickelt.
Moment mal! Spiel?
Genau. Als spielende junge Künstler waren wir täglich kreativ, in unser Spiel versunken, unsere ganze kleine Welt war ein riesiger Spielplatz. Unser Spiel schenkte uns unbeschwerte Momente puren Glücks.

Als erwachsener Mensch heute empfinde ich diese inspirierenden und kreativen Momente – ob sie nur für einen Wimpernschlag andauern, oder längere Zeitspannen überdauern – immer als Augenblicke besonderer Fokussierung, als kleine zeitliche Einheiten, in denen ich im völligen Einklang mit mir selbst bin. Es sind Momente der inneren Klarheit, Zeitfenster der Gewissheit, was als nächstes zu tun ist – nicht im Sinne einer notwendigen To-Do-Liste, sondern im Sinne des Bewusstseins sich sicher innerhalb aller Handlungsmöglichkeiten zu bewegen und dies als Chance zu begreifen. Zugleich stürzt eine Idee auf mich zu und lässt mich bis zu ihrer Umsetzung nicht mehr los. So führte mich gestern der Anblick einer Birne im Discounter zu einer neuen Vorspeise, die mein Mann und ich heute Abend genießen durften. Man kann sich nicht aussuchen, wo einen die Inspiration hinführt. Dieses Mal waren es halt Birnen.

In diesem Sinne – ein Hoch auf die kleinen Inspirationsmomente des Alltags! Lassen wir sie zu und machen wir etwas daraus, damit auch das neue Jahr eine Zeitspanne voller Entdeckungen und Möglichkeiten wird!

Enjoy your inspiration!

Tamara